In der ersten Woche der Winterferien wurde es kreativ. Gemeinsam mit der Oberschule aus Radeburg und der SRH Oberschule aus Dresden organisierten wir ein dreitägiges Ferienprogramm rund um das Thema Graffiti und Fußball. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die künstlerische Gestaltung mit Farben, Formen und eigenen Ideen, sondern vor allem die spannende Verbindung zwischen zwei lebendigen Subkulturen.
Zwei Subkulturen mit vielen Gemeinsamkeiten
Schon am ersten Tag wurde deutlich, wie eng beide Welten miteinander verknüpft sind. In einer thematischen Einführung erfuhren die Jugendlichen, woher Graffiti ursprünglich stammt, welche unterschiedlichen Stile es gibt und wie sich diese Kunstform im Laufe der Zeit entwickelt hat. Dabei wurde schnell klar, dass Graffiti weit mehr als Farbe an einer Wand ist. Es ist Ausdruck von Identität, Zugehörigkeit und Kreativität. Werte, die auch im Fußball eine zentrale Rolle spielen. Farben und Symbole spielen in beiden Bereichen eine wichtige Rolle. Im Stadion zeigen Fans ihre Vereinsfarben in Choreografien und Spruchbändern, während Graffiti Künstler ihre Handschrift, ihre Tags und charakteristischen Styles entwickeln. In beiden Subkulturen geht es darum, sichtbar zu sein, Haltung zu zeigen und den eigenen Standpunkt kreativ auszudrücken. Nach der theoretischen Einführung wurde es praktisch. In kleinen Teams machten sich die Teilnehmenden rund um das Rudolf-Harbig Stadion auf die Suche nach verschiedenen Graffitis. Gemeinsam wurden die Werke betrachtet und analysiert. Welche Botschaften stecken dahinter. Welche Stile und Techniken wurden genutzt. Welche Bezüge zum Fußball sind erkennbar. Viele Eindrücke wurden gemeinsam gesammelt, diskutiert und eingeordnet werden.
Geschlechterrollen in beiden Subkulturen
Am zweiten Tag tauchten die Jugendlichen tiefer in das Thema ein. Gemeinsam wurde der Film „Girl Power“ geschaut, der weibliche Graffiti Künstlerinnen aus aller Welt porträtiert. In der anschließenden Gesprächsrunde wurde eine wichtige Schnittstelle zwischen beiden Subkulturen besonders deutlich. Sowohl im Fußball als auch in der Graffiti Szene standen lange Zeit vor allem Männer im Mittelpunkt. Die Jugendlichen diskutierten darüber, wie sich Rollenbilder entwickelt haben und warum Frauen in beiden Bereichen häufig weniger sichtbar waren oder es schwerer hatten, Anerkennung zu bekommen. Gleichzeitig wurde herausgearbeitet, dass sich vieles im Wandel befindet. Immer mehr Frauen engagieren sich in Fanszenen oder setzen als Künstlerinnen in der Street Art Szene eigene Zeichen. Die zentrale Erkenntnis lautete, dass Gleichberechtigung bedeutet, Räume zu öffnen und Vielfalt sichtbar zu machen. Sowohl Fußball als auch Graffiti bieten die Möglichkeit, gesellschaftliche Themen aufzugreifen, Missstände zu benennen und Veränderungen anzustoßen. Gerade junge Menschen können hier ihre Stimme erheben, unabhängig vom Geschlecht.
Im Anschluss stand ein besonderes Highlight auf dem Programm, der Besuch der Banksy Ausstellung. Dort konnten die Jugendlichen die Werke eines der bekanntesten Street Art Künstler der Welt kennenlernen. Die Ausstellung regte zum Nachdenken an, denn Banksys Arbeiten verbinden Kunst mit gesellschaftlicher Kritik, ähnlich wie viele Fanaktionen im Fußball, die auf Missstände aufmerksam machen oder klare Botschaften transportieren.
Eigene Ideen kreativ umsetzen
Am dritten Tag wurden die Jugendlichen schließlich selbst kreativ. Mit Leinwänden, Farben und Skizzen setzten sie ihre eigenen Entwürfe um. Dabei flossen sowohl die neu gewonnenen Erkenntnisse über Stilrichtungen und Techniken als auch ihre persönliche Verbindung zum Fußball ein. Vereinsfarben, Stadionmotive, Schriftzüge und Symbole wurden mit individuellen Ideen kombiniert.
Am Ende der drei Tage präsentierten die Jugendlichen stolz ihre eigenen Kunstwerke. Das Ferienprogramm zeigte eindrucksvoll, wie viele Gemeinsamkeiten Graffiti und Fußball verbinden. Gemeinschaft, Leidenschaft, Kreativität, Identität und die Möglichkeit, seine Stimme sichtbar zu machen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es ist, Gleichberechtigung in beiden Bereichen aktiv zu fördern und allen Menschen Raum zur Entfaltung zu geben.
Für alle Beteiligten waren es drei intensive und inspirierende Tage, die sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Am 16.10.2025 fand im Rahmen der Initiative „Love Dynamo – Hate Racism“ ein besonderer Workshop des Fanprojekts Dresden gemeinsam mit der Giraffenbande statt. Unter dem Motto „Gemeinsam für Respekt, Vielfalt und Zusammenhalt“ setzten sich die Teilnehmenden mit der Frage auseinander, wie Fans, Verein und Gemeinschaft gemeinsam Haltung gegen Rassismus zeigen können.
Im Mittelpunkt stand dabei Leitsatz 10 der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden, der betont, dass Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus im Vereinkeinen Platz haben. Gemeinsam wurde dieser Leitsatz genauer unter die Lupe genommen: Was bedeutet er im Alltag? Wie können wir ihn als Fans und Teil der Dynamo-Familie mit Leben füllen? In einer großen Runde diskutierten die Teilnehmenden zahlreiche Fragen und tauschten persönliche Erfahrungen aus.
Ein kreatives Highlight des Tages war die Gestaltung individueller Stoffstücke, auf denen die Teilnehmenden ihre Gedanken, Symbole und Botschaften zu Toleranz, Vielfalt und Fairness zum Ausdruck brachten. Anschließend wurden die einzelnen Stoffteile zu einem großen, symbolischen Trikot zusammengesetzt und auf einer Leinwand befestigt – als sichtbares Zeichen für Gemeinschaft, Zusammenhalt und eine klare Haltung gegen Rassismus.
Neben den inhaltlichen und kreativen Elementen kam auch die Bewegung nicht zu kurz: Zum Abschluss wurde gemeinsam Fußball gespielt, wodurch das Motto des Tages noch einmal auf dem Platz spürbar wurde – mit Fairplay, Teamgeist und Spaß am Spiel.
In der Projektwoche „Flucht, Migration & Fußball“ vom 17.03.- 21.03.2025 haben sich Jugendliche aus fünf Schulen intensiv mit der Verbindung zwischen Fußball, Flucht und Migration auseinandergesetzt. Durch interaktive Workshops, einer fußballspezifischen Wanderausstellung und spannende Diskussionen wurde deutlich, dass Fußball ohne Migration nicht denkbar ist. Der Sport hat sich einst von England aus in die Welt verbreitet, und vor mehr als 100 Jahren gründeten Einwanderer in vielen Ländern eigene Vereine. Später verstärkten sie Klubs und Nationalteams ihrer neuen Heimat. Auch heute spielen in Deutschland viele Menschen mit Fluchterfahrung Fußball. Der Sport kann eine starke Kraft für Integration sein und verbindet Menschen unabhängig von Herkunft oder Sprache.
Die Teilnehmenden setzten sich mit zentralen Fragen auseinander: Warum verlassen Menschen ihre Heimat? Welche Wege nehmen sie auf sich? Und welche Rolle kann Fußball dabei spielen, in einer neuen Gesellschaft anzukommen? Dabei ging es nicht nur um theoretisches Wissen, sondern auch um persönliche Geschichten geflüchteter Spieler sowie um die Herausforderungen der Migration.
Die Woche bot eine abwechslungsreiche Mischung aus Ausstellung, Workshops und Teamarbeit. Eine interaktive Ausstellung veranschaulichte die Geschichte von Flucht und Fußball, während sich die Teilnehmenden in Gruppendiskussionen über ihre Eindrücke und Gedanken austauschten. Durch kreative Reflexionsmethoden wurden die Inhalte nachhaltig verankert. Besonders eindrucksvoll waren die Einblicke in Wirksamkeit von Fanszenen, die verdeutlichten, wie stark sich viele Fans für geflüchtete Menschen engagieren – sei es durch Spenden, Turniere oder Patenschaften.
Fußball kann Brücken zwischen Kulturen bauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Respekt, Vielfalt und Fairplay spielen dabei eine entscheidende Rolle – nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch im Alltag. Zum Abschluss der Projektwoche reflektierten die Teilnehmenden ihre Eindrücke und schrieben sich selbst einen Brief, der ihnen einige Wochen später in die Schulen geschickt wird. So bleibt die Erinnerung an die erlernten Inhalte lebendig und regt dazu an, sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Die Projektwoche „Flucht, Migration & Fußball“ hat eindrucksvoll gezeigt, dass Fußball weit mehr ist als nur ein Spiel – er kann Chancen schaffen, Vorurteile abbauen und Menschen verbinden.
Seit 2020 veranstalten wir mit dem Projekt „Spielmacher – Offensiv für Fair Play“ Bildungsangebote für Jugendmannschaften. Seit 2021 besteht eine feste Kooperation mit der SG Dynamo Dresden. Darüber hinaus bieten wir regelmäßig in den Schulferien Bildungsangebote für die Altersgruppen U13 bis U19 an. Am vergangenen Montag haben wir dieses Angebot mit einem Workshop beim Verein TUS Weinböhla auf den Amateurbereich ausgeweitet.
Warum sind solche Bildungsangebote wichtig?
Im Jugendfußball sind nicht nur sportliche Fähigkeiten maßgeblich für die ganzheitliche Bildung der Jugendlichen. Workshops zu gesellschaftspolitischen Themen fördern soziales Bewusstsein und Empathie, stärken den Teamgeist und helfen, Vorurteile abzubauen. Sie regen kritisches Denken an und bereiten die Jugendlichen darauf vor, verantwortungsbewusste Mitglieder der Gesellschaft zu werden. Durch die Vermittlung von Werten wie Fairness und Toleranz unterstützen diese Workshops die Persönlichkeitsentwicklung der Spieler.
Der Workshop am Montag mit der A-Jugend von TUS Weinböhla auf dem Vereinsgelände war in vier Phasen unterteilt. Zu Beginn setzten sich die Spieler mit folgenden Fragen auseinander:
Welche Faktoren spielen eine Rolle, um ein gutes Team zu sein?
Welche Faktoren können das Team-Klima beeinträchtigen?
Was versteht ihr unter Fairplay?
Wo habt ihr bereits Diskriminierung erlebt?
Nach einem intensiven Austausch über die Antworten gingen wir tiefer auf den Prozess ein, wie Diskriminierung entsteht und welche Folgen entstehen können. Im nächsten Schritt beschäftigten wir uns mit einem Video, das rassistische Vorfälle aus dem europäischen Fußball zeigte. Anschließend sprachen wir, welche Gefühlslagen bei Tätern und Opfern auftreten und welchen Einfluss solches Verhalten auf die Mannschaften haben kann. Zum Abschluss entwickelten die Spieler gemeinsam Strategien, wie sie in ähnlichen Situationen handeln könnten. Es wurden konkrete Maßnahmen erarbeitet, um sowohl präventiv gegen Diskriminierung vorzugehen als auch betroffene Teammitglieder zu unterstützen.
Wir bedanken uns bei den Jugendspielern für ihren Einsatz neben dem Spielfeld.
Am 14. Mai 2024 fand das Stadionfest im Rudolf-Harbig-Stadion statt. Im Vorfeld der Fußballeuropameisterschaft bot dieses Event für über 200 Jugendlichen die Möglichkeit, tief in die Themen Sport, Bildung und europäischer Zusammenhalt einzutauchen. Hier ist ein Rückblick auf diesen spannenden Tag.
Vormittagsprogramm: Lernen und Diskutieren
Der Tag begann mit einer Eröffnungsrede von Mathias Weilandt, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung. Danach starteten sechs verschiedene Workshops, bei denen Schulklassen zu spannenden Themen wie DDR-Geschichte, Erinnerungskultur, Antidiskriminierung und Nachhaltigkeit im Fußball lernten. Ein besonderes Highlight war die Podiumsdiskussion unter anderem mit Kassem Taher Saleh, Benny Kirsten und der ehemaligen Profispielerin Greta Budde. Moderiert von Jens Umbreit und Tanaka Zveusche, diskutierten sie über die Rolle des Fußballs in der Gesellschaft und wie er zur Förderung von Toleranz und Zusammenhalt beitragen kann. Am Ende durfte die Frage nach dem Europameister 2024 nicht fehlen.
Nachmittagsprogramm: Stände und Unterhaltung
Nach der Mittagspause eröffnete Katja Meier, Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung, das Nachmittagsprogramm. Hier konnten die Jugendlichen auf dem offenen Gelände zahlreiche Informationsstände besuchen, an lustigen Spielen teilnehmen und ein vielfältiges Bühnenprogramm genießen. Auf der Bühne spielten Ezé und Die Ukrainiens und sorgten für tolle Musik. Die Kombination aus Bildung und Fußball machte das Stadionfest zu einer gelungenen Veranstaltung für alle Beteiligten.
Wir bedanken uns für die Unterstützung bei:
Stadion Dresden Projektgesellschaft, Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung, die Stadt Dresden, Europa Direkt, Europe Direct Dresden, Rue de la Mémoire, das Institut Français, arche noVa, Europeers, Tolerave e.V., IVF Leipzig, Lernkurve Leipzig, Filmnächte Dresden, Aktion Zivilcourage, jungagiert e.V., das Kinder- und Jugendbüro und dem Stadtsportbund Dresden.
Von Dresden bis nach München als Finalturnier – immer wieder Straßenfußball. In 24 Städten quer durch Deutschland machen Jugendliche die UEFA EURO 2024™ auch zu ihrer Europameisterschaft.
Durch das Straßenfußball-Turnier am 24.04.2024 im Rudolf-Harbig-Stadion und die Fairplay-Philosophie von Kickfair lernten junge Menschen die Werte des Fußballs wie Fairness und Zusammenhalt zu leben und zu schätzen. Die aktive Beteiligung aller Spielerinnen und Spieler förderte Prinzipien wie Teamarbeit, gemeinsame Spielzeit und die Fähigkeit, Konflikte zu lösen und Kompromisse zu finden.
Dresden war der Ausgangspunkt des Projekts Common Ground 24. Am „Kick-Off“-Turnier, haben elf Schulen mit über 80 Jugendlichen teilgenommen.
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