Gemeinsam Haltung zeigen: Workshops mit den Nachwuchsteams der SG Dynamo Dresden

10. Aug. 2026

Wie entstehen Vorurteile? Warum haben nicht alle Menschen die gleichen Chancen? Und welche Verantwortung trägt jede und jeder Einzelne, wenn Menschen ausgegrenzt oder diskriminiert werden?

Mit diesen Fragen setzten sich die Nachwuchsmannschaften der U16, U17 und U19 der SG Dynamo Dresden im Stadion auseinander. Ziel des Workshops war es, die verschiedenen Fragestellungen nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern durch eigene Erfahrungen und gemeinsame Reflexionen erlebbar zu machen.

Zum Einstieg analysierten die Spieler im Rahmen des Spieltagschecks Situationen aus ihrer eigenen Lebenswelt. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, wo ihnen Vorurteile, Ausgrenzung oder Diskriminierung begegnen. Die Beispiele reichten vom Fußball über die Schule und den Freundeskreis bis hin zu den sozialen Medien und dem öffentlichen Raum.

Im anschließenden fußballbezogenen Stationentraining standen zwei unterschiedliche Challenges im Mittelpunkt. Durch bewusst unterschiedliche Spielregeln und Ausgangsbedingungen erlebten die Spieler, dass nicht alle Menschen mit den gleichen Chancen und Voraussetzungen starten. Während einige von unterstützenden Rahmenbedingungen profitierten, mussten andere zusätzliche Hürden überwinden oder wurden durch erschwerte Bedingungen benachteiligt. In der anschließenden Reflexion nahmen die Teilnehmer unterschiedliche Perspektiven ein und tauschten sich darüber aus, wie sich diese Erfahrungen auf Motivation, Selbstvertrauen und das Miteinander innerhalb einer Mannschaft auswirkten.

Gemeinsam wurde anschließend der Transfer in den Alltag hergestellt. Die Spieler diskutierten, dass auch in der Schule, im Freundeskreis, im Berufsleben oder im gesellschaftlichen Miteinander, Menschen häufig mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Erwartungen und Chancen konfrontiert werden. Die Übungen machten deutlich, wie wichtig es ist, sich in andere hineinzuversetzen, unterschiedliche Lebensrealitäten wahrzunehmen und sensibel mit Benachteiligung umzugehen. Denn ein faires Miteinander bedeutet, alle Menschen die Möglichkeit zu geben, gleichberechtigt teilhaben zu können.

Anschließend entwickelten die Teilnehmer in der Methode Spielentscheidung konkrete Handlungsstrategien für Situationen, in denen sie rassistische oder diskriminierende Äußerungen erleben. Gemeinsam diskutierten sie, welche Möglichkeiten es gibt, Haltung zu zeigen, Betroffene zu unterstützen, Verantwortung zu übernehmen oder weitere Hilfe einzubeziehen. Dabei wurde deutlich, dass Zivilcourage viele Gesichter haben kann.

Den Abschluss bildete die gemeinsame Erarbeitung eines Teamkodex. Die Mannschaften formulierten Werte und Grundsätze für ein respektvolles Miteinander und hielten fest, wofür sie als Team stehen möchten und was in ihrer Mannschaft keinen Platz haben soll. So entstand ein gemeinsames Verständnis dafür, dass Fairness, Respekt und Zusammenhalt nicht nur sportliche Werte sind, sondern auch die Grundlage für ein demokratisches und diskriminierungsfreies Miteinander bilden.

Wir bedanken uns herzlich bei den Spielern der U16, U17 und U19 für ihre Offenheit, die engagierte Mitarbeit und die Bereitschaft, sich mit einem gesellschaftlich wichtigen Thema auseinanderzusetzen. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Fairness, Respekt und Zusammenhalt nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch im Alltag gelebt werden.