Unser Spielmacher-Projekt
Offensiv für Fair Play: Workshops für Jugendfußballteams und ihre Trainer*innen in Dresden und Umgebung.
Das Projekt
Seit Januar 2020 sensibilisiert „Spielmacher – offensiv für Fair Play“ Jugendfußballteams für zentrale gesellschaftliche Werte. Die Workshops richten sich an Teams der Altersklassen U13 bis U19 und an ihre Übungsleiter*innen. Einer der Hauptpartner ist die Nachwuchsakademie der SG Dynamo Dresden das Angebot steht aber allen Dresdner Sportvereinen offen.
Fair Play endet nicht am Spielfeldrand
Im Fußball ist der Fair-Play-Gedanke leicht zu erkennen und leicht zu verstehen. Über ein klares Foul, eine Schwalbe oder eine Tätlichkeit gibt es meist keine zwei Meinungen – faire und unfaire Aktionen auf dem Platz sind schnell unterschieden.
Aber wie sieht es abseits des Rasens aus? Da, wo kein Schiedsrichter und kein Videobeweis zu Rate gezogen werden können, fällt es deutlich schwerer, zu unterscheiden, was fair und was unfair ist. Genau darüber wollen wir mit den Teams diskutieren.
Für wen das Angebot ist
Antidiskriminierungs- und Demokratiearbeit ist keine Aufgabe für einen einzelnen Verein. Wir arbeiten viel mit den Nachwuchsteams der SG Dynamo Dresden, aber „Spielmacher“ ist ausdrücklich nicht darauf beschränkt.
Männliche und weibliche Nachwuchsmannschaften.
Eigene Formate für Trainer*innen und Betreuer*innen, die im Alltag mit den Teams oder ähnlichen Gruppen arbeiten.
Das Angebot steht Amateur- und Jugendvereinen der ganzen Stadt offen. Anfragen sind jederzeit willkommen.

Die U14-Mannschaften der SG Dynamo Dresden und des FSV Zwickau bei einem Workshop zum Thema Antisemitismus im Westsachsenstadion.
Der Fußball als Türöffner
Fußball verbindet Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe. Genau das nutzen wir: Über das gemeinsame Interesse entsteht ein authentischer Zugang zu Themen, die im Trainingsalltag selten Platz haben.
Jugendmannschaften sind relativ geschlossene Gruppen, die viel gemeinsame Zeit im Trainings- und Spielbetrieb verbringen. Das macht die Arbeit an Regeln, Rollen und Konflikten besonders wirksam und stärkt gleichzeitig das Mannschaftsgefüge.

Methodenarbeit ganz praktisch auf dem Platz statt im Seminarraum.

Eigene Regeln festhalten und sie sichtbar machen.
Was wir mit den Teams erarbeiten
„Spielmacher“ ist ein eigenständiges Konzept, kein festes Programm von der Stange. Was ein Team braucht, besprechen wir vorher. Daraus stellen wir die Workshops zusammen und greifen dabei auch auf erprobte Methoden aus unserer Arbeit mit Schulklassen zurück. Wenn es für euch und uns sinnvoll erscheint, können wir auch in einen längerfristigen Prozess einsteigen.
Die inhaltlichen Schwerpunkte bleiben dieselben:
1. Respekt und Toleranz
Wir schaffen ein Klima aus Toleranz, gegenseitigem Respekt und solidarischem Miteinander – eine Atmosphäre, in der unterschiedliche Hintergründe und Ansichten akzeptiert und geschätzt werden.
2. Konflikte ohne Gewalt lösen
Die Teilnehmer*innen lernen, Auseinandersetzungen konstruktiv und friedlich zu bewältigen. Das stärkt die Kommunikationsfähigkeit im Team und schafft eine Basis für ein gutes Zusammenleben.
3. Perspektivwechsel und Empathie
Wir fördern das Verständnis für andere Standpunkte und die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen.
4. Verantwortung übernehmen
Für das eigene Handeln und für die Gruppe: Wir unterstützen individuelles Wachstum und kollektive Entwicklung gleichermaßen.
5. Demokratisch zusammenarbeiten
Wir aktivieren das Verständnis für partizipative Prozesse und fördern die aktive Beteiligung an Entscheidungen in der Mannschaft und darüber hinaus.
6. Medien kritisch reflektieren
Medieninhalte reflektiert analysieren und Medien verantwortungsbewusst nutzen: das ist eine wichtige Grundlage für informierte Bürger*innen in einer digitalisierten Gesellschaft.
7. Für Menschenrechte eintreten
Die Anerkennung der Menschenrechte bildet unseren Wertekompass und die Grundlage für ein gerechtes Zusammenleben in unserer Gesellschaft.
Nicht nur im Workshopraum
Die Workshops gliedern wir in Rücksprache mit den Vereinen in den Trainingsrhythmus ein. Dazu kommen erlebnis- und sportpädagogische Methoden, Teambuilding und gruppendynamische Aushandlungsprozesse im sportlichen Kontext. Eben genau dort, wo über Regeln und deren Einhaltung ganz praktisch verhandelt wird.
Warum im Jugend- und Amateurfußball
Im deutschen Profifußball ist es in den letzten Jahrzehnten immer besser gelungen, gewalttätige Phänomene und offene Diskriminierungsformen aus den Stadien zurückzudrängen. Dafür waren große Anstrengungen und viele Ressourcen nötig.
„Spielmacher“ ist der Versuch, diese Entwicklung auch im Jugend- und Amateurbereich zu forcieren. Genau dort fehlen die notwendigen Ressourcen. Deshalb braucht es Konzepte, die Demokratie- und Antidiskriminierungsarbeit als Querschnittsaufgabe der Vereinsentwicklung verstehen.
Für Vereine, Trainer*innen und Teams
Ihr wollt einen Spielmacher-Workshop mit eurem Team machen? Meldet euch, wir stimmen Termin und Inhalte mit euch ab.